Freitag, 20. Dezember 2013

Maximum City Bombay - Fort Stikine

"The history of each city is marked by a catalytic event [...] For the Bombay of my time, it is the riots and the blasts of 1993. Bombay was spared the horrors of Partition in 1947. [...] But there was an earlier trauma in the psychic life of the city, which marked the before and after for old-timers: the explosion on the Fort Stikine, on April 14, 1944.

The Fort Stikine was a ship supposedly carrying bales of cotton and, like the hundred odd-boats that were then as now waiting in the harbor to get a berth in port, was anchored offshore. The intense pressure that cotton bales are stored under, along with the temperature on that very hot day, caused the cotton bales to catch fire.[...] But the Fort Stikine had a secret cargo. It was carrying explosvies - this was wartime - and it was also carrying a secred cargo of gold and silver, worth £2 million, brought from London to stabilize the sagging Indian ruppee. Then the fire department did the worst thing they possibly could, they towed the burning ship into the harbour [...].

At a quarter to four, there was a terrific bang, a pall of smoke, and the windows of the houses in the Fort area rattled. Twenty-five minutes later, there was another explosion, and the windowpanes shattered. The amunition had caught fire, and the ship exploded at dockside, which was then full of dock laborers nad firefighters. Two hundred and ninety-eight people died immediately.

Then the rain started.

The sky over Bombay was filled with gold and silver, masonry, bricks, steel girders, and human limbs and torsos, flying through the air as far as Crawford Market. A jeweler was sitting in his office in Jhaveri Bazaar when a bar of solid gold crashed through the roof [...]. A plate of iron landed on a horse and neatly decapitated the animal. [...] It was as if the city had been bombed.

The disaster of the Fort Stikine is with us still. Bars of gold from the ship were being found as late as the 1970s, during dredging operations at the docks. But there was a mountain of debris from the explosion, and the British municipal authorities  chose to create land out of it. They started filling in the Back Bay, where the mangroves used to be, in what is now Nariman Point, leading in time to the worst-planned office district of modern India [...].


Mehta, Suketu: "Maximum City - Bombay lost and found", S. 113 f. Hervorhebungen im Original. 

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Dilli Dilli - very chilly

Der Kalauer aus dem Titel entstammt dem kurzen Dokufilm, den der ARD-Korrespondent Gabor Halasz aus Delhi mit uns teilt. Gezeigt wird, wie sich der Feld/Wald/Straßen-Delhiite dem winterlichen Kälteeinbruch im Dezember auf nur 10°C anpasst. Hier gibt's das Video. Und: noch lacht er, der Gabor Halasz, aber er soll mal abwarten bis Januar, da wird's richtig kalt - je nach Isolierungsgrad der Wohnung natürlich.

Sonntag, 15. Dezember 2013

Due to some Family Situation ...

... our Visit to India Restaurant remain close from 08.12.13 - 15.12.2013.

Lost in translation - but in which?!

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Die Hölle (indische Version)

A man dies and goes to hell. There he finds that there is a different hell for each country.He goes to the German hell and asks, "What do they do there?" He is told, "First they put you in an electric chair for an hour. Then they lay you on a bed of nails for another hour. Then the German devil comes in and beats you for the rest of the day." The man doesn't like it, so he moves on and checks out the American hell, the Russian hell and hells of other countries. He finds that they're all more or less the same as the German hell.

Then he comes to the Indian hell and finds that there is a long queue of people waiting to get in. Amazed, he asks, "What do they do here?" He is told, "First they put you in an electric chair for an hour. Then they lay you on a bed of nails for another hour. Then the Indian devil comes in and beats you for the rest of the day."

"But that is exactly the same as all the other hells; so why are so many people waiting to get in here?" wonders the man. He is told, "Because the maintenance here is so bad that the electric chair does not work, someone has stolen all the nails from the bed and the Indian devil is a former government servant, so he just comes, signs the attendance register and then goes to the canteen..!"

Sonntag, 8. Dezember 2013

Souvenirs from India III

Bevor ich mich damals endgültig entschloss nach Indien zu gehen, galt es eine elementare Frage zu klären: gibt es auf dem Campus oder generell erreichbar ein Schwimmbad? Der großartige Anil Bhatti fand glücklicherweise seinen Weg nach Konstanz und konnte diese Frage positiv beantworten. Also packte ich Schwimmbrille und Badeanzug zu all den anderen Dingen, die man in der Ferne vermutlich braucht. Dort angekommen dauerte es dann auch nur knapp zehn Tage, die mit Akklimatisierung, Registrierung und anderen behördlichen und profanen Dramatiken nur so strotzten bis ich es zum ersten Mal ins kühle Nass schaffte. Mein Glück sollte aber nicht von langer Dauer sein, denn der Pool der JNU wird nicht beheizt und schließt daher Ende September. Ein neuer Sportplan musste her! Bei einem Besuch im Kino der völlig dekandenten Vasant Kunj Mall (The Hangover - dazu am Platz Erdbeerpopcorn serviert bekommen), erhielt ich einen Flyer für ein Fitnessstudio in Priya. Nach einigem hin und her meldete ich mich tatsächlich dort an - und habe es auch nicht bereut.
So lange es noch warm war, empfand ich die Klimaanlagen angenehm und die Tatsache, dass es dort zu jeder Zeit des Tages fließendes Wasser unter der Dusche gibt, war ein großes Plus. Von der Zeit mit Personal Trainer dort sind mir nicht etwa mein Sixpack und meine stahlharten Oberarme geblieben, sondern mein allererstes Paar Laufschuhe. Bevor ich mich nämlich im Fitnessstudio auf dem Laufband ganz langsam ans laufen/joggen gewöhnte, war ich mehrere Jahre fest davon überzeugt, dass meine Knie viel zu zerstört wären, um jemals laufen zu können. Mittlerweile habe ich auch ein zweites Paar Laufschuhe durch, aber die hübschen Treter aus Indien hebe ich aus sentimentalen Gründen noch auf.

Mittwoch, 27. November 2013

Tränendrüse: Google reunites India and Pakistan

Mit der Unabhängigkeit Indiens von Großbritannien 1947 wurde das Land auch aufgespalten. Bei der so genannten "Partition" entstand neben Indien auch Pakistan, damals noch unterteilt in Ost- und Westpakistan, ab 1971 Bangladesh und Pakistan. Friedlich ging es dabei nicht zu, sondern besonders rabiat - über 14 Millionen Menschen verließen ihre angestammte Heimat und wanderten in das ihrer Religion entsprechende Land - mehr oder weniger freiwillig.

Heute gibt es einen einzigen Grenzübergang zwischen Indien und Pakistan, der auch ein beliebtes Touristenziel ist. Die Menschen in beiden Ländern scheinen sich einander annähern zu wollen - zumindest wenn man wie neulich Coca-Cola oder aktuell Google glaubt:


Mittwoch, 20. November 2013

Ein Rhinocerus aus Indien ...

... war im Jahre 1515 die Sensation auf dem europäischen Kontinent. Die Nachricht über das Eintreffen des exotischen Tiers verbreitete sich mittels Flugblättern schnell - ein Flugblatt erreichte auch Nürnberg und dort die Stube von Albrecht Dürer. Der gelernte Goldschmied war damals schon ein etablierter Künstler und vor allem Holzstecher - wie ich gemeinsam mit einigen anderen Twitterati von dem wunderbaren Kurator der Dürer-Ausstellung Jochen Sander beim Tweetup am vergangenen Samstag lernte.

Als Geschenk des Sultans Muzafar II. von Gujarat wurde das Rhinocerus mit einem Schiff von Goa, der wichtigsten portugiesischen Handelsniederlassung in Indien, nach Lissabon zu König Manuel I. von Portugal gebracht. Bei seiner Überführung nach Rom Anfang 1516 ertrank das arme Tier leider, als das Schiff auf dem es sich befand, zerschellte. Seine sterbliche Hülle wurde dann aber gefunden, präpariert und in ausgestopftem Zustand schließlich doch zum Papst nach Rom gebracht.
Dürer, der das Nashorn nie gesehen hatte, lies seiner Phantasie freien Lauf, orientierte sich an Schildkröten und Krokodilen und veröffentlichte seinen berühmten Stich. Viele Jahre glaubte man tatsächlich, dass dieses Rhinocerus eine lebensechte Darstellung des Panzernashorns sei. Den Stich des Rhinocerus, die Apokalypse, Adam und Eva, den Helleralter - aber keinen Hasen oder betende Hände - gibts noch bis Anfang Februar im Städel. Echte Panzernashörner findet man in Nepal und Indien oder eben im Zoo.

Donnerstag, 14. November 2013

Lunch Box - The Movie

Gute Kinos in der Nachbarschaft haben ja wirklich etwas für sich.

In Duisburg war es das Filmforum am Dellplatz, in Konstanz das Zebrakino und jetzt in Frankfurt ist es das Harmonie-Kino. Dort wird an diesem Freitag in Anwesenheit des Regisseurs und der Hauptdarstellerin "Lunch Box" gezeigt - und ratet mal, wer eine Karte dafür hat?!

Laut Kennern aus Fachkreisen ist der Regisseur Ritesh Batra "einer der talentiertesten indischen Regisseure, wollte eigentlich eine Oscarnominierung" - aber Bollywood war wohl stärker.

Mittwoch, 13. November 2013

Souvenirs from India II

Eine der längsten Zugfahrten, die ich in Indien angetreten bin, führte mich Ende Oktober 2009 mit einen kleinen Zwischenfall nach nur knapp 18 Stunden nach Jaisalmer. Unweit der pakistanischen Grenze erhebt sich dort die "Goldene Stadt" aus der Wüste. Beliebte Aktivitäten sind Kamel reiten, in der Wüste übernachten, Bier bei Sonnenuntergang trinken und in teuren Hotels rumhängen, um endlich mal wieder schwimmen zu gehen. Außerdem kann man dort wunderbar einkaufen gehen.

Ich habe mir damals eine Kamelledertasche gekauft. Der Trageriemen ist mittlerweile etwas mitgenommen, aber die Tasche sieht weiterhin wunderbar aus und begleitet mich gerne. Was man dort nicht tuen sollte, ist sich die Haare schneiden zu lassen. Das kann man im Zweifel selber besser ...

Sonntag, 3. November 2013

Connecting India and Pakistan

Tolle Idee diese beiden Länder wieder etwas näher aneinander zu bringen - ich hab es ja damals nur bis zur Grenze geschafft. Natürlich ist das auch nur eine Werbekampagne, aber immerhin mit einem ehrenwerten Motiv.

Freitag, 1. November 2013

Am Puls der Zeit

Neulich habe ich ja schon mal ein Gadget für das "quantifiable selfgetestet - der wunderbare Fitbit begleitet mich seitdem. Um noch mehr über mich und meine Leistungen zu erfahren, habe ich auch den Withings Pulse auf Herz, Nieren und (sic!) Puls geprüft. Den ganzen Bericht gibt es hier.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Gegen die Schreibblockade

Zu meiner Schande, wie es scheint, habe ich seit Wochen nichts mehr gebloggt. Woran lag es? Sind mir nach all den Jahren die Ideen ausgegangen? Hat mich der "Horror vacui" vor der digitalen, leeren Seite gepackt? Nein - so war es nicht. Es gibt einen viel plausibleren Grund, der mich vom bloggen und texten abgehalten und den ich gerne hier im Rahmen der #bloCKparade des PR Doktors preisgeben möchte.

Kein Internet = kein Blogpost
Ich hatte (und habe) schlicht und ergreifend, ganz banal, kein Internet in der Wohnung. Nun könnte man sagen - na und? Gehste halt zu Starbucks setzt Dich dahin, schlürfst nen Latte und bist produktiv. Aber so einfach ist das nicht. Bei mir funktioniert das Bloggen meistens spontan - ich habe eine Idee - sei es aus einem Buch, einer Zeitschrift, einer Erinnerung - und dann will ich sofort loslegen. Während ich schreibe, fallen mir sodann weitere Aspekte ein - und die will ich auch gleich recherchieren und verlinken. Denn was ist ein Blogpost ohne Link, Referenz, nutzloses Überhangwissen oder Bildquelle? Langweilig. Deswegen schreibe ich mir seit einiger Zeit aus dem Büro selber E-Mails, wenn ich eine Idee habe. Mittlerweile sind das einige - aber verbloggt kriege ich die erst, wenn an meinem Schreibtisch wieder Internet fliest.

Servicewüste Deutschland
Der geneigte Leser mag nun fragen: "Aber warum hast Du denn kein Internet?" Diesem sei gesagt: ich habe alles versucht. Schon vor meinem Umzug habe ich am 14.9. bei UnityMedia den Auftrag gegeben, doch bitte zum Umzugstermin auch einen Router zu liefern. Das wurde auch so aufgenommen. Allerdings anders umgesetzt: der Router wurde vor dem Umzug geliefert, es war noch kein Name am Briefkasten. Seitdem ist dieser Router verschollen. UnityMedia kann keine Retouren und keine Kulanz oder Kundenservice. Woche um Woche vertröstet man dort, dass es nur noch wenige Tage seien. Jetzt sind einmal Sommerferien, sage und *schreibe es aus*(!) sechseinhalb Wochen vergangen. Das hat übrigens auch jemand anders gemerkt: Greenpeace Energy. Von denen wollte ich meinen Strom beziehen, guter fahrradfahrender Umweltschützer, der ich bin. Aber die wollen mich nicht - sie haben meine Post mit der Bitte um Wechsel solange nicht geöffnet, bis die Frist verstrichen war - nämlich genau 6 Wochen ab Umzug - um mir dann zu schreiben: sorry, zu spät. Nächstes Mal schicke ich so was dann per Einschreiben, bin ich ja auch selber Schuld. Wer denkt denn, dass fünf Werktage in einer Genossenschaft reichen, um einen Auftrag anzunehmen?

Die Schreibblockade ist besiegt!
So, jetzt ist Schluss mit dem Bashing - ich habe meine Schreibblockade fürs erste überwunden. Wie hier exemplarisch dargestellt, ist ein Thema, für das man brennt, bzw. über das man in Rage geraten kann, wunderbar geeignet, um Texte zu schreiben - vielleicht nicht die weltbesten Texte, aber die Blockade ist so fürs erste in jedem Fall gebrochen. Tatsächlich stellt sich dabei auch noch ein weiterer positiver Aspekt ein: wenn man sich solche Ärgernisse von der Seele schreibt, geht es einem danach gleich viel besser. Wirklich!

Ein Dank noch an meine alte WG, in der ich freundlicherweise Internetasyl sowie leckeren Tee erhalten habe. Latte mag ich nämlich gar nicht so gerne.

Dienstag, 1. Oktober 2013

Maximum City - Bombay lost and found

"Breathing the air in Bombay now is the equivalent of smoking two and a half packs of cigarettes a day. The sun used to set in the sea. Now it sets into the smog. [...]

If you're going to come to Bombay, come at the bottom. There's no room at the top. Every nice place has a right to charge a newcomer's tax, which goes from the new inhabitants to the old patient ones. A city has its secrets: where you go to shop for an ice bucket, for an office chair, for a sari. Newcomers have to pay more because they don't know these places. 

We haggle over minuscule amounts that have no value for us: 10 rupees is only 40 cents. If we lost 40 cents in New York we would never notice it; here it becomes a matter of principle. This is because along getting ripped off for 10 rupees comes an assumption: You are not from here, you are not Indian, so you deserve to be ripped off; to pay more than a native. So we raise our voices and demand to be charged the correct amount, the amount on the meter, because not to do so would imply acceptance of our foreign status."

Sonntag, 29. September 2013

Souvenirs from India I

Bei meinem Umzug habe ich bemerkt, dass ich doch einiges an lieb gewonnenen Stücken von meinen Reisen auf dem Subkontinent mitgebracht habe, was auch noch mehreren Jahren noch Bestand hat. Die Souvenirs werden als unregelmäßige Kategorie öfters mal auftauchen.

Verzückt entdeckte ich im Dezember 2010, bei meiner zweiten Tour durch Indien in Gokarna, einem idyllischen Pilgerort am arabischen Meer, eine Comic-Reihe aus dem Hause "Amar Chitra Katha". In Heftchen zu 50 Rps. werden die Figuren des Hindu-Pantheons und der indischen Mythologie zum Leben mit Sprechblasen erweckt. Ich kaufte damals nur zwei Heftchen, man muss ja bei Rucksackreisen immer schauen, dass das Gepäck leicht bleibt. Die Helden für deren Geschichten ich mich entschied waren "Ganesha, the remover of obstacles" aus der Kategorie "Epci and Mythology" und das Leben des Dichters "Kalidasa" aus der Serie "Visionaries".

Mittwoch, 11. September 2013

Neulich in Dresden ...

Neben der Frauenkirche, dem Zwinger und der Elbe, der Bastei und noch viel mehr Geschichte, gibt es in Dresden und Sachsen viele schöne Sachen zu sehen, zu entdecken und zu erleben. Womit ich dann aber nicht gerechnet hatte, war im "Neuen grünen Gewölbe" des Residenzschlosses eine Vision des Hofstaats des Großmoguls Aureng-Zeb in Delhi zu sehen. Johann Melchior Dinglinger hat hierbei wild alles an Prunk und Exotismus zusammen geschmissen, was er so finden konnte. Historisch ist daran wohl nicht viel, vielmehr wird eine Vision des Orients geschaffen die Überfluss, sagenhaften Reichtum und Macht vermittelt. Das Erschaffung dieses Hauptwerks europäischer Juwelierkunst dauerte sieben Jahren - dabei wurden "4909 Diamanten, 160 Rubine, 164 Smaragde, ein Saphir, 16 Perlen und 2 Kameen" verbaut.

Freitag, 30. August 2013

Small town boys at JNU

Weil die JNU so ein schönes, vielseitiges Thema ist - die Erinnerungen des ehemaligen JNU-Studenten und Times of India Redakteurs Avijit Gosh an die wilden und freien Zeiten, die er mit der JNU der 1980er verbindet. Er beschreibt sehr anschaulich, u.a. wie sich junge indische Männer vom Lande gegenüber modernen Frauen fühlten:
"Coming from a social background where women were always neatly categorized into wife/mother/sister, it took us time to understand that every girl who laughs at your joke may not be willing to be a girlfriend. Decoding signals of behaviour takes time, especially if two individuals belong to different backgrounds. It was, as if, we had suddenly leaped from one world to another."

Den ganzen Artikel gibt es hier.

Mittwoch, 28. August 2013

The Rooftop Dwellers

"Tara was the first person Ajoy Bose had employed when he started his literary review, Books, after coming to Delhi as a member of parliament from Calcutta. He had missed the literary life of that city so acutely, and had been appalled by the absence of any equivalent in New Delhi, that he had decided to publish a samll journal of book reviews to inform readers on what was being published, what might be read, a service no other magazine seemed to provide, obsessed as they all were with politics or the cinema, the only two subjects that appeared to bring people in the capital to life. Having first met Ritwick at Jawaharlal Nehru University during a conference on Karl-Marx and Twentieth Century Bengali Literature, and through him Tara, he had engaged her as the Managing Editor. [...]

Bushaltestelle JNU, Delhi

[N]ext morning Tara had arranged to hold a 'conference', as she liked to call such a gathering, with their usual cast of reviewers. Most of them were Ritwick's friends and colleagues from the Jawarhalal Nehru University, with a sprinkling of 'outsiders' from Delhi University and the lesser colleges."

Desai, Anita: "The Rooftop Dwellers" in Desai, Anita: "Diamond Dust", London 2001, S.173 ff.

Sonntag, 25. August 2013

American Gods

"The old woman in the red sari stepped into the firelight. On her forehead was a small dark-blue jewel. [...]

'I was old Kalighat before you were dreamed of, you foolish man.[...].'

Again, a moment of double-vision: Shadow saw the old woman her dark face pinched with age and disapproval, but behind her he saw something huge, a naked woman with skin as black as a new leather jacket, and lips and tongue the bright red of arterial blood. Around her neck were skulls, and her many hands held knives, and swords and severed heads. [...]

'We've lived in peace in this country for a long time. Some of us do better than others, I agree. I do well. Back in India, there is an incarnation of me who does much better, but so be it. [...] They worshipped the railroads here, only the blink of an eye ago. And now the iron gods are as forgotten as the emerald hunters...'"

Gaiman, Neil: "American Gods", London 2001, S. 148f.

Mittwoch, 14. August 2013

Neulich in Brighton ...


Häufig reise ich beruflich ins Mutterland des immer noch bestehenden Commonwealth of Nations, zumeist besuche ich die Hauptstadt. Kürzlich ergab es sich, dass ich noch ein Wochenende dran hängen konnte - und da es Sommer ist, zog es mich natürlich ans Meer.

Wie erwartet gab es in Brighton Fish&Chips, eine Partypromenade, Glücksspiele auf dem Pier und wilde Junggesellenabschiede. Unerwartet hingegen war der Indische Palast. Erbaut wurde er vom späteren König George IV im Jahre 1787 - zur Hochzeit des Kolonialismus.

Aber dieser Palast ist nicht nur ein Zitat der Mogultempel/gräber Indiens, sondern diente dem guten George IV auch als Liebesnest mit Maria Fitzherbert.


Sonntag, 4. August 2013

Mit Axt und Gift

Ein verletztes Ego haben einen 23-jährigen Studenten an der JNU in Delhi dazu gebracht auf seine Angebetete mit der Axt los zu gehen und sich später selber mit Gift zu töten, wie die Hindustantimes berichtet. Diese Romeo-und-Julia-Tat löst eine kritische Diskussion über die Verfügbarkeit von Waffen auf dem Campus aus, aber auch über die sehr liberale Wohnheimssituation. Die JNU war die erste indische Uni, an der es erlaubt wurde, dass Jungen und Mädchen im gleichen Wohnheim wohnen.
Yamunu Hostel, JNU - Umzug eines Ventilators
Dazu kann ich kommentieren, dass Mädchen die Jungenzimmer auch besuchen dürfen, (aber nicht andersherum). Überhaupt ist die Situation, was die Jungenzimmer angeht recht entspannt - ich habe damals ja in einem reinen Mädchenwohnheim gewohnt - da durfte mir nicht mal der Matrazenlieferant die Matratze aufs Zimmer tragen, die durfte ich schön selber beim Pförtner/Wachmann/Aufpasser abholen. 

Mittwoch, 31. Juli 2013

Fit und smart

In letzter Zeit habe ich mich mal wieder in unbekanntes Neuland gewagt und mich mit zwei spannenden, wenn auch nicht zusammen gehörenden Dingen beschäftigt.

Hochintelligenz als Thema und im speziellen die Gründung eines "Instituts für Begabtencoaching" in Ober-Eschbach bei Bad Homburg hielt mich einige Wochen beschäftigt - dort gibt es wunderbare Räume und tolle Seminare - und eine ganz hervorragende Webseite - check it out!

Im wahrsten Sinn des Wortes in Action versetzt hat mich außerdem ein kleines Gerät namens Fitbit - meinen zugehörigen Text habe ich als Gastbloggerin hier auf newgadgets.de veröffentlicht.

Ich denke, ich darf mich jetzt zu Recht jetzt, neben Creative Planner, M.A., Kulturschmock und Paulchen3000, auch noch "Techbloggerin" nennen.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Holland war auch mal ...

Hotel des Indes, Den Haag
... eine Kolonialmacht, das vergisst man ja leicht. Eigentlich heißt es auch nicht Holland, sondern Niederlande. Auf Französisch übrigens "Pays-Bas". Das niederländische Kolonialreich reichte um die ganze Welt und auch bis nach Indien. Die Liste der entsprechenden Kolonien und Handelsstützpunkte in Indien selber ist lang und reicht von Bengalen bis Thoothukudi. "Niederländisch-Indien" aber war kein Teil Indiens, sondern ein Vorläufer des heutigen Indonesiens.

Freitag, 28. Juni 2013

10 (oder mehr) Dinge, die man über Indien nicht weiß

In diesem BBC-Artikel sind fantastische Fakten versammelt - etwa dass kaum ein Inder Einkommenssteuer zahlt, dass Print nicht tot ist, sondern man in Indien mit gedruckten Zeitungen langfristig noch Geld verdienen kann und dass es immer und überall Plastikstühle gibt. Ich würde der Liste noch hinzufügen, dass

- Männer in indischen Schwimmbädern keine Shorts tragen dürfen, sondern nur Badehosen im Speedo-Schnitt (die können nicht so leicht rutschen)

- Indien teilweise auch französisches Kolonialgebiet war - in Pondicherry etwa gibt es auch heute noch wunderbare Éclairs, Quiches und ein Lycée

- Der durchschnittliche indische Erwachsene ist 165,3 cm groß

Fällt Euch noch was ein?

Samstag, 22. Juni 2013

Bollywood - like a lion

Man sehe sich diesen Action-Stunt an - welches Kino auf der Welt kann solche Special-Effects sonst noch zaubern? Das hier gezeigte Spektakel stammt aus dem Film Singham - weitere Szenen lassen sich auch hier bestaunen. Sinn, Unsinn oder Handlung sind dabei zweitrangig.

Sonntag, 9. Juni 2013

Endlich Sommer (in Delhi)

"ALL was prepared for the summer exodus: the trunks packed, the household wound down, wound up, ready to be abandoned to three month of withering heat and engulfing dust while its owners withdrew to their retreat in the mountains.  [...] It was only the prospect of escape from the blinding heat that already hammered at the closed doors and windows, poured down on the roof and verandas, and withdrawal to the freshness and cool of the mountain which helped them to bear it."

Desai, Anita: "Royalty" in Desai, Anita: "Diamond Dust", London 2000, S.1f. 


Google Wetter 

Donnerstag, 30. Mai 2013

Paulindiana VI: Die Symphonie der 1000


Mittlerweile erlebe ich meine Abenteuer auch digital auf Twitter, manchmal aus Zügen, von Konferenzen aber auch aus Museen. Bei diesen so genannten Kultups habe ich Ulrike aka Orchestrasfan kennengelernt. Sie organisiert nicht nur die Kultups, sondern ist auch ein ausgesprochener Klassikfan – aber keine Barockmusik! Tatsächlich gab es sogar schon mal einen Kultup beim Orchester des Hessischen Rundfunks – leider ohne mich da Samstagmorgen 10Uhr. Dennoch oder grade, weil ich dieses Ereignis verpasst hatte, lud mich Ulrike ein, auf ihrer Konzertcouch Platz zu nehmen. Zuvor hat dort schon Robert Basic gesessen und Pärt, Ligeti und Großkopf (wer kennt sie nicht?) gelauscht – und so saß auch ich Samstagabend in der Alten Oper, während draußen das Wolkenkratzerfest tobte und die Welt auf die Wembleyarena schaute.
So sieht Twitter aus.
Frau XX und Dr. Dings
Vor dem Konzert besuchten wir die „Einführungsveranstaltung“ mit der scheinbar renommierten Frau Coy und dem Direktor des Hessischen Rundfunks und Musikwissenschaftlers Dr. Sommer. Beide fachsimpelten eloquent über Mahler, seine Frau Alma, (eine Promischlampe?), die ihn für den Architekten Gropius verlies und die 8. Symphonie, umgangssprachlich als Symphonie der Tausend betitelt und von Frankfurts höchst eigenem Dialektiker Theodor W. Adorno als „Riesenschwarte“ diffamiert. 

Die 320 Musiker die in Frankfurt auf der Bühne standen sind unter anderen gleich drei Chöre, vier Harfen und sieben Solisten – ein gigantischer logistischer Aufwand – daher wird die achte Symphonie auch nur recht selten aufgeführt – in Frankfurt zuletzt vor zwanzig Jahren zur Eröffnung der Alten Oper. Die Uraufführung 1910 in München fand tatsächlich mit über 1000 Musikern statt – daher der Beiname. Mahler selber mochte diesen Namen aber nicht. Was Mahler aber mochte war sein Job – er war in Wien 1906 der Leiter der Hofmusik der damals noch glorreichen und mächtigen KuK-Herrschaft. Er nannte sich tatsächlich selbst den König des Südens. Wenn man nach Wien fährt, merkt man schnell, wie leicht man dort glauben kann, Teil eines großen, mächtigen Reichs zu sein. Die gesamte Stadt protzt und prunkt und strahlt Herrschaft aus. Das dort ein Werk entsteht, dass vor Jubel und majestätischer Größe nur so strotzt, kein Wunder. Schade nur, dass das dann alles doch bald den Bach runter ging – aber das erlebte Mahler zum Glück nicht mehr, er durfte seinen Fortschrittsglauben mit ins Grab nehmen.
Wien, ca. 1906.

Pfingsten und Faust
Jetzt aber zum eigentlichen Konzert – darüber kann man eigentlich nicht viel sagen, man muss halt dabei gewesen sein, das ephemere lässt sich immer so schwer einfangen. Trotzdem habe ich natürlich was zu erzählen: die 8. Symphonie besteht aus zwei Teilen – dem Pfingsthymnus (Veni creator Spiritus – gerne auch beim Grillen zitiert), der mir bis dato auch gar nichts sagte, und dem Ende des Faust 2. Leider waren meine Deutschlehrer so schlecht um nicht zu sagen miserabel, dass ich (damals ging das noch) Deutsch nach der 11. Klasse abwählte. Daher kreuzte Faust meinen Weg erst in Indien, als mich dort fast jeder darauf ansprach und ich diese Bildungslücke schloss. Für Teil 2 war ich dann aber leider doch nicht zäh genug. Daher erschließt sich mir die Wahl der Themen dieses Stückes nicht, man munkelt aber, dass es in Bälde einen Radiobeitrag zu eben diesem Thema geben wird. 

Zum Hörerlebnis: der erste Teil ist bombastisch, euphorisch und könnte jedem B-Movie Showdown zum Oscar verhelfen – ein einziges großes Finale bei dem ich tatsächlich Gänsehaut hatte. Der zweite Teil hingegen ist eher episch, tragend, soll sagen langweilig. Die Solisten singen deutsche Texte, die nicht zu verstehen sind, die Musik schleppt sich so dahin und zum Schluss gibt es dann noch mal ein Finale, das alle Akteure zu Höchstleistungen treibt. Danach darf man endlich klatschen – was man ja als Kulturschmock nach den einzelnen Sätzen nicht niemals nie tuen darf. Für mich wäre es stimmiger gewesen die beiden Teile in umgekehrter Reihenfolge zu spielen, aber Mahler hatte da bestimmt seine Gründe.
319 seriöse Musiker, eine Dame in Pink.

Crémant und Revolution
Nach einer langen Applaussession mit Blumen und Standing Ovations begaben wir uns dann wieder hinaus ins Getümmel des Wolkenkratzerfests – eine kleine, nasse Ohrfeige. Aber zum Glück ortskundig flohen wir dann flugs in das wahrscheinlich einzige Etablissement in dem an diesem Abend kein Fußball lief, tranken einen fröhlichen Crémant und planten die Revolution.

Freitag, 17. Mai 2013

[viral] Bollywood Pony

Das #DancePonyDance gibt es in vielen Varianten - diese gefällt mir am besten. Das Original hier.

Sonntag, 12. Mai 2013

Paläste in Indien in Frankfurt

Die phantastischen Paläste Rajasthans, speziell Udaipurs habe ich ebenso besucht, wie das Weltkulturen Museum hier in Frankfurt am Museumsufer. Dort findet am kommenden Donnerstag, den 16. Mai 2013 um 19Uhr ein Vortrag mit Pramod Kumar, Kunsthistoriker und Geschäftsführer des ersten Beratungsunternehmen für Museen in Delhi, statt. Das Thema des Vortrags „Palace Museums in India – Rediscovering Objects, Cultures, Memories“ wird mit zahlreichen außergewöhnlichen Fotografien illustriert. Der Spaß kostet ganze 3Euro mit Limo! Mehr Informationen hier.





Mittwoch, 8. Mai 2013

Got stared at?

Delhi und Indien waren in der Vergangenheit auch wegen Vergewaltigungen und anderen Verbrechen gegen die Weiblichkeit immer wieder in den Schlagzeilen. Das größte Aufsehen erregte dabei wohl dieses Ereignis. Die anschließenden und andauernden Proteste zeugen aber davon, dass so ein Verhalten in Indien nicht akzeptiert wird - aus Erfahrung kann ich sagen, dass wenn etwas öffentlich wird, dann folgen Proteste, Lynchmobs und Strafen.
















Die Organisation GS.A (www.gotstared.at) ist aus dem Wunsch etwas gegen die Gewalt gegen Frauen und gegen die teilweise verachtende Haltung der Gesellschaft gegenüber Opfern von sexuellen Übergriffen erwachsen. Mit provokanten und sehr direkten Postern und viralen Memes nutzen sie das Internet und vor allem soziale Netzwerke um ihre Botschaft zu vermitteln und die Verlogenheit der Gesellschaft aufzuzeigen. Hoffen wir, dass es nicht beim slactivism bleibt, sondern was bringt!  

 

Donnerstag, 18. April 2013

Bombay Talkies - damals und heute

Das Filmfestival von Cannes, welches Ende Mai stattfindet, hat heute das diesjährige Festivalprogramm veröffentlicht. Und oh Wunder! Es gibt einen Film namens "Bombay Talkies"!

Mit meiner Masterarbeit, die das gleichnamige Filmstudio behandelt, hat der Episoden(?)-Film von gleich vier Filmemachern (Anurag Kashyap, Dibakar Banerjee, Zoya Akhtar und Karan Johar) aber scheinbar nichts zu tun.

Vielmehr geht es um das hundertjährige Jubiläums des ersten vollständigen indischen Feature-Films "Raja Harishchandra" (1913) von Dadasaheb Phalke (1870-1944), den man vielleicht auch als den Georges Méliès Indiens bezeichnen könnte.

Zufällig habe ich genau diesen Herrn und sein Werk ausführlich untersucht. Daher folgt hier das Kapitel "Schlüsselfigur in Indien: Dhundiraj Govind Phalke" aus dem Kapitel "Die Anfänge von Film und Kino" in "Bombay Talkies": Die Entstehung des Bollywoodstudiosystems" samt aller 29(!) Fußnoten:

"Der allgemein als Dadasaheb Phalke (1870-1944) bekannte Filmemacher, war der erste indische Filmproduzent, der annähernd seriell Filme in einer Art Studio produzierte. Die Einbeziehung „indischer Kultur- und Geschichtstradition“[1] begann mit der Arbeit Phalkes und ermöglichte der indischen Filmindustrie langfristig eine eigene, von Hollywood unabhängige Existenz. Im Folgenden wird die Aneignung der notwendigen Fertigkeiten und damit die Karriere Phalkes erläutert.


Phalke, der aus einer Priesterfamilie stammt[2], war zunächst Schüler an der bereits erwähnten J.J.School of Arts, setzte seine künstlerische sowie medientechnische Ausbildung am Kalabhavan in Baroda fort[3] und arbeitete als „Fotograf, Szenenbildner und Drucker“[4]. Phalke war Anhänger der Swadeshi-Bewegung, die für ein eigenes Land ohne britischen Einfluss, die „Anerkennung der einheimischen Industrie […] [und] auch [für] sprachliche und kulturelle Traditionen und eine kollektive Erinnerung“[5] kämpfte. Daher produzierte er seine Filme dementsprechend dezidiert[6] für indische Zuschauer. Freilich ging es ihm nicht nur um Unterhaltung, sondern der Tradition seiner Familie entsprechend darum, religiöse Inhalte zu vermitteln. Die von ihm gedrehten Filme sind daher die ersten, die sich unter dem Genre des „Mythologicals“[7] kategorisieren lassen. Inwieweit Phalkes Filme zur Etablierung einer modernen indischen Identität beigetragen haben, soll hier nicht weiter erörtert werden, kann aber an anderer Stelle nachgelesen werden[8].


Bei seinem idealistischen Streben war sich Phalke dessen bewusst, dass es in Indien zu seiner Zeit weder das technische Know-How noch die entsprechenden Gerätschaften zur Filmproduktion gab. Daher reiste er mehrmals nach England und auch nach Deutschland[9], um sich dort die entsprechenden Fähigkeiten anzueignen und die zugehörigen Apparate und Materialien zu erwerben[10]. Anschließend experimentierte er mit dem vorhandenen Material und entdeckte für sich Special-Effects wie die Doppelbelichtung und die Splitscreen[11].

Mit seiner ersten importierten Kamera drehte er den Kurztrickfilm „Birth of a Pea Plant“, mit dem er einen Geldgeber, Yeshwant Nadkarni[12], den Besitzer eines Fotografiegeschäfts, zur Verleihung von 10.000 Rupien animierte, als Sicherheit verpfändete er seine Lebensversicherung. Mit dem Geld fuhr er im Frühjahr 1912 für zwei Wochen nach London, England, wo er die nötigen Apparate und Materialien zur Erstellung von Filmen kaufte und sich ein Bild von der kommerziellen Produktion von Filmen machte[13]. Schließlich gelang ihm, noch im selben Jahr, als „Kameramann, Regisseur und Cutter in einer Person“[14] mit einem Budget von 15.000 Rupien[15] die Produktion von „Raja Harishandra“. Die Geschichte des Königs Harishandra ist eine Episode aus dem Mahabharata, neben dem Ramayana der Urtext der Hindureligion, die jedem Inder seit Jahrhunderten in oraler Überlieferung bekannt ist[16].

Der Film wurde Anfang des Jahres 1913 im „Coronation Cinema in Bombay“[17] uraufgeführt und vom indischen Publikum mit Begeisterung aufgenommen[18]. Mit diesem ersten mythologischen Film eröffnete sich dem Publikum eine neue Form der Wahrnehmung, des Erkennens, der Emotionen und der indischen Moderne[19]. Auch in den folgenden Produktionen verarbeitete Phalke, wie in seiner Vision geplant, indische Mythen, deren Handlung und Charaktere dem lokalen Publikum bekannt waren, im Gegensatz zu den Charakteren der importierten, westlichen Filme, die zwar unterhaltend, aber bezugslos blieben. Die Auswirkungen dieser „Lebendigmachung“ des hinduistischen Pantheons auf der Leinwand ging so weit, dass als der Gott Rama in „Lanka Dahan“ („Lanka in Flammen“, 1917) und der Gott Krishna in „Krishna Janma“ („Die Geburt Krishnas“, 1918) auf der Leinwand erschienen, sie von den Zuschauern im Saal auf Knien angebetet wurden[20]. Beide Filme werden ein ganzes Jahrzehnt[21] lang landauf, landab aufgeführt, wobei die einzelnen Kopien bis zum Verfall des Materials gezeigt wurden. Der einzige fast vollständig erhaltene Film von Phalke ist „Kaliya Mardan“ („Die Kindheit Krishnas“, 1919)[22].


Nach der Produktion und gewinnbringenden Vorführung von „Rajah Harishandra“ verlegte Phalke seine Produktion von Bombay nach Nasik, wo er unter dem Label „Phalke Films“ alle weiteren Filme produzierte: seine ganze Familie lebte und arbeitete dort mit ihm[23], alle anderen Mitwirkenden wohnten ebenfalls vor Ort. Das erste „Studiogelände“ Indiens bestand aus einem dreistöckigen Gebäude mit mehreren einstöckigen Annexen, umgeben von einigen Hektar Land. Auf dem Grundstück befanden sich Wälder, Hügel, Felder und Höhlen, die als Hintergründe für Landschafts- bzw. Außenaufnahmen dienten – alle Innenaufnahmen wurden in offenen Sets im Garten hinter dem Haus, teilweise unter Zuhilfenahme von Reflektoren, bei Tageslicht gedreht. 1914 fuhr Phalke abermals nach London und führte dort drei Filme, u.a. „Rajah Harishandra“, bei Bioscope[24] vor potentiellen Interessenten vor. Die anschließende Besprechung der Filme verlief durchweg positiv, allerdings verhinderten der erste Weltkrieg und Phalkes Patriotismus eine engere Zusammenarbeit[25].

1917 wurde aus „Phalke Films“, unter Einbeziehung von fünf Geschäftspartnern, die „Hindustan Cinema Films Company“. Hier produzierten Phalke und andere Regisseure ca. 44 Stummfilme und bauten einen eigenen Vertrieb in Bombay und Madras auf[26]. Nach Differenzen zwischen Phalke und seinen Partnern ging er 1919 nach Benares, wurde aber 1922 wieder zur Hindustan Film Company zurückgelockt, wo er noch einige Filme produziert. Dabei rieb er sich an Budgetkontrollen, Veröffentlichungsterminen und anderen neuen Konventionen, weshalb er sich schließlich 1934 ganz zurückzog. 1944 starb er verarmt in Nasik, doch er „hinterließ ‚Bollywood’ ein reiches Erbe“[27], sein Konzept gibt einen Weg vor, der die indische Filmproduktion für viele Jahre dominieren sollte[28].

Der 1966 eingerichtete Filmpreis „Dadasaheb Phalke Lifetime Achievement Award[29] ist die höchste Ehrung, die einem Filmschaffenden in Indien verliehen werden kann. Er wird seit 1969 jährlich im Rahmen der Nationalen Film Awards verliehen. Preisträger, die im Rahmen dieser Arbeit eine Rolle spielen, waren Devika Rani (1969) und Ashok Kumar (1988)."

Fußnoten
[1]Kobe: „Einleitung“, S.10.
[2]„Phalke, was born of a priestly family […] Comitted by birth to be a shastri, a learned men, he was trained for a career as Sanskrit scholar“, Barnouw / Krishnaswamy: „Indian Film“, S.10.
[3]Dharap: „Dadasaheb Phalke“, S.33f.
[4]Rajadhyaksha: „Indien: Von den Anfängen bis zur Unabhängigkeit“, S.366.
[5]Ebd.
[6]„Meine Filme sind Swadeshi, weil das Kapital, der Besitz, die Angestellten und die Geschichten Swadeshi sind“, Phalke zitiert in ebd.
[7]„The films introduced the mythological genre to Indian cinema, allowing him to merge his notion of Swadeshi with an industrial practice and a politico-cultural aesthetic.“, Rajadhyaksha / Willemen: „Encyclopedia of Indian Cinema“, S.177.
[8]„Its [the books] more general efforts is to shed some light on the role that the cinema played within modernisms, respectively of Indianness, and of the relationship that existed between these modern identity constructions“, Schulze: „Humanist and Emotional Beginnings of a Nationalist Indian Cinema“, S.13.
[9]Um die Technik des Drei-Farben-Drucks in seinem Druck-Unternehmen zu etablieren, macht er 1909 eine erste Reise nach Deutschland, wo er die entsprechenden Gerätschaften, und die Anleitung zu deren Handhabung, erwirbt. Dharap:„Dadasaheb Phalke“, S.34.
[10]„My films are Swadeshi in the sense that the capital, ownership, employees and the stories are Swadeshi. The material and the equipment required for the factory (studio) are simply not available at any cost, they are all foreign. […] I had been abroad thrice. Yes, I have a desire to go there for a forth time, as it is necessary. There is no end to observation, education and self-improvement.“ Phalke zitiert in ebd., S.40.
[11]„Like […] Georges Méliès, Phalke was a special-effects genius. He explored […] animation […] experimented with color, via tinting and toning […] He used scenic models“, Barnouw / Krishnaswamy: „Indian Film“, S.19.
[12]„Raised finance from Yeshwant Nadkarni, a photographic equipment dealer, with short trick film, Birth of a pea plant, shooting one frame a day to show a plant growing.“, Rajadhyaksha / Willemen: „Encyclopedia of Indian Cinema“, S.177.
[13]„Phalke […] purchase[d] the best available Williamson camera, printing machine, perforator and some raw negative film. Cabourne also introduced him to Cecil Hepworth, […] who gave Phalke valuable advice and allowed him to see all departments of filmmaking.“, Dharap: „Dadasaheb Phalke“, S.36f.
[14]Haas: „Der indische Film“, S.129.
[15]Barnouw / Krishnaswamy: „Indian Film“, S.22
[16]„The story from the Mahabharata, was known to every Indian via uncounted centuries of oral tradition.“, ebd., S.12, (kursiv im Original).
[17]Ebd., S.14.
[18]„’Raja Harishandra’ was widely praised by the Press and ran initially for a record 23 days or six times the normal run of films.“, Dharap: „Dadasaheb Phalke“, S.38.
[19]„Phalke’s first long narrative film Raja Harischandra was an experience that entered the lifeworlds of its Indian spectators and exerted an exciting new impulse on their perception, cognition, emotions and their moralities vis-à-vis Indian modernity“, Schulze: „Humanist and Emotional Beginnings of a Nationalist Indian Cinema“, S.15.
[20]„The impact was overwhelming. When Rama appeared on the screen in Lankha Dahan and when in Krishna Janma Lord Krishna himself at least apppeared, men and women in the audience prostrated themselves before the screen.“, Barnouw / Krishnaswamy: „Indian Film“, S.15, (kursiv im Original)
[21]„Lanka Dahan and Krishna Janma remained in circulation for over a decade“, ebd., S.16, (kursiv im Original).
[22]Vgl. Usai: „Light of Asia“, S.102.
[23]„The family included Dadsaheb Phalke, Kaki Phalke, their five sons and three daughters, and relatives. All the children at one time or another appeared in Phalke films. Kaki Phalke, the mother, loaded and unloaded the camera, rushed film to the laboratory - a portion of the kitchen area – and supervised all laboratory work […] she also supervised the cooking for the entire company.“, Barnouw / Krishnaswamy: „Indian Film“, S.18.
[24]„The proprietor of the Bioscope arranged a showing for a film industry group. […] [They] treated Phalke with considerable respect and he was grateful for the attention he received“, ebd., S.20.
[25]„Phalke […] did arrange the trade shows of his pictures […] the British Press unanimously praised his efforts […]. He was even invited to produce a film in England. But Phalke refused these offers, wanting Indian capital and Indian labour to produce Indian movies.“, Dharap: „Dadasaheb Phalke“, S.39f.
[26]Vgl. Ganti: „Bollywood“, S.10.
[27]Rothermund: „Indien“, S.277.
[28]„The Phalke enterprise thus set a pattern that was to dominate Indian film production for several decades.“, Barnouw / Krishnaswamy: „Indian Film“, S.18.
[29]Ganti: „Bollywood“, S.10.

Mittwoch, 17. April 2013

Der indische Diamantenkoffer

Neulich im Wilhelm-Busch-Museum in Hannover - hübsch und witzig, kaum Klischee behaftet, aber historisch entschuldigt:
Nick Knatterton, noch zu sehen bis 21.4.2013.

Ebenfalls dort und absolut bezaubernd: der Grüffelo.

Mittwoch, 10. April 2013

Der Buddha aus der Vorstadt

"Dad und Anwar hatten in Bombay Tür an Tür gelebt und waren seit ihrem fünften Lebensjahr die besten Freunde. Dads Vater, der Arzt, hatte am Juhu-Strand für sich, seine Frau und seine zwölf Kinder ein wunderschönes flaches Holzhaus gebaut.[...] Dad [war] von seiner Familie nach England geschickt worden, um dort zu studieren. Seine Mutter hatte ihm und Anwar einige wollene, kratzige Unterhemden gestrickt, ihnen beim Abschied von Bombay zugewinkt und sie schwören lassen, niemals zu Schweinefleischessern zu werden. Wie vor ihm Gandhi und Jinnah sollte Dad als geschickter englisch diplomierter Rechtsanwalt und vollendeter Tänzer nach Indien zurückkehren. [...]
London und die Old Kent Road waren ein eiskalter Schock für Anwar und Dad. Es war naß und neblig; Dad nannte man Sunny Jim, es gab nie genug zu essen; und Dad hat es nie geschafft, Geschmack an Bratenfett auf Brot zu gewinnen. 'Schmeckt wie Nasenpoppel', hatte er gesagt und damit den Bann über das Nationalgericht der Arbeiterklasse verhängt. [...]
Dad und Anwar hatten Glück; sie kannten jemandem bei dem sie wohnen konnten. Dr. Lal, ein Freund von Dads Vater, war ein indischer Zahnarzt von riesenhaftem Wuchs und, so behauptete er, ein Freund von Bertrand Russell. [...]
Mit seiner dicken Wampe und seinem runden Gesicht war Anwar schon immer etwas plumper gewesen als mein Vater.[...] Sie nannten ihn Baby Face. [...] Wenn der monatliche Wechsel aus Indien eintraf, ging Dad sofort in die Bond Street, um sich Frackschleifen, flaschengrüne Westen und Socken mit Schottenmuster zu kaufen, und danach war er gezwungen sich von Baby Face Geld zu leihen. Tagsüber studierte Anwar Luft- und Raumfahrttechnik im Norden Londons, und Dad versuchte, sich hinter seinen juristischen Büchern zu vergraben. Nachts schliefen sie zwischen den Apparaturen in Dr. Lals Behandlungszimmer."

Kureishi, Hanif: "Der Buddha aus der Vorstadt", Hamburg 2005 (2010), S.38ff.

Mittwoch, 27. März 2013

Das Indien der Maharadschas

Kürzlich in Wien sah ich zwischen Mélange, Prater, Albertina und unterem Belvedere dieses Plakat vielerorts angeschlagen. Verzückt dachte ich zurück an meine Reise durch Rajasthan nach Jaipur, Udaipur und Jaisalmer. Leider war der Aufenthalt in Wien zu kurz und zu früh um eine Fahrt nach Westen zum Schloß Schallaburg einzubinden. Dabei hätte ich zu gerne sowohl die Schallaburg selbst als auch das zur Ausstellung gehörige Safrangärtchen und den Indien-Shop besucht. Indischen Touristenkitsch bekommt man im Bahnhofsviertel in Frankfurt ja leider nicht ...

Sonntag, 10. März 2013

Paulindiana und die Wunder der Technik

Zu Recherchezwecken zog es mich in das niedere Sachsen, genauer in die Hauptstadt Hannover. Dort gab es auf der CeBIT neben der "League of Legends"-Weltmeisterschaft und einer beeindruckenden Präsentation der Bundespolizei zur akkuraten Fälschung von Ausweisdokumenten auch eine Präsentation aus "God's own country". Bei der damaligen Reise hatte ich sie nicht gesehen - aber dort, wo sich die IT-Welt die Klinke in die Hand, sah ich meine ersten echten Kathakali-Tänzer - auf Socken. Ihre Mission: Kerala nicht nur als Urlaubsdestination mit Ayurveda-Expertise, sondern auch als freundlichste indische IT-Region zu fördern. Sie haben mir  einen gebrandeten Rucksack geschenkt. Vielleicht packe ich den bald und steuere noch mal die Backwaters an ...

Samstag, 16. Februar 2013

Die 24 Filme der Berlinale

Wie man in der letzten Woche auf Twitter mitverfolgen konnte, habe ich auf der 63.Berlinale fleißig Filme geschaut - wenn auch mit allerlei Zahlendrehern in der Dokumentation, aber ohne zu häufiges Schlangestehen. Um hier nicht mit einer weiteren chronologischen Aufzählung der Filme zu langweilen, habe ich nur die interessantesten Merkmale und Highlights versammelt.

Überraschend unterhaltsam ...
und gar nicht artsy langweilig oder moralsauer war #13, Pardé (Closed Curtain) von und ebenfalls mit Jafar Panahi. Ganz im Gegensatz zu #17 - Camille Claudel von Bruno Dumont - der war in der Tat zum weinen - bzw. so schlimm, dass ich danach erst mal ne Runde schlafen musste, um diesen grausigen Film zu vergessen. Nicht ganz so schlimm, aber ziemlich artsy mit vielen schönen Bildern in grau und blau und ohne viel Dialog oder Handlung #4, Hayatboyu (Lebenslang).   

Mit einer Entlassung aus dem Gefängnis fängt sowohl #16, Side Effects, der angeblich letzte Film von Steven Soderbergh, als auch #15, Kai po che (Brothers for Life) an. Dieser Film basiert übrigens auf dem Roman The 3 mistakes of my Life von Chetan Bhagat, der auch schon die Vorlage für einen meiner indischen Lieblingsfilme 3 Idiots geschrieben hat. 

New Mexico, Texas, Berlin und die Berliner Schule
Eine Zeitreise der besonderen Art, die nicht aus Rückblenden resultiert, sondern dem Tod des Hauptdarstellers geschuldet ist, zeigt #23, Dark Blood. Der letzte Film von River Phoenix wurde durch gesprochene Sequenzen des Regisseurs George Sluizer vor Standbildern abgeschlossen - den Look der frühen 90er in der Wüste New Mexicos auf der großen Leinwand des Berlinale Palasts zu sehen war durchaus unterhaltsam. Der Mensch vor der Natur Amerikas, diesmal in Texas, ist auch in David Gordon Greens #18, Prinz Avalanche Thema. Umgesetzt in wunderbarer Situationskomik mit den zwei großartigen Darstellern Paul Rudd und Emile Hirsch. 

Zwei mal gab es auch Berlin auf der Leinwand - #6, Silvi, von Nico Sommer und  #8, Oh Boy von Jan-Ole Gerster. Ersterer zeigt Lina Wendel als frisch geschiedene Frau, die sich erstmals im Dating versucht, wohingegen letzterer Tom Schillling bei einer Episodenreise durch ein Berlin begleitet, das in schwarz-weiß getaucht wirkt, als sei dort ewiger Sommer, in dem der Schlendrian zu Hause ist. Nicht in Berlin aber im Stil der Berliner Schule wurde Thomas Arslans Film Gold erstellt, den ich bewusst nicht geschaut habe. Zum Glück, wenn man die absolut lesenswerte Hass-Kritik Dietrich Brüggemanns lächelnd liest.
Cast: The Broken Circle Breakdown

Highlights
Bei fast allen Filmen, machen Männer die entscheidenden Fehler - d.h. sie sprechen zu wenig mit ihren Frauen oder gehorchen ihnen blind und lenken so die Handlung in die tragische Richtung. Ausnahmen waren Film #9, der großartige The Broken Circle Breakdown, in dem eine Krankheit die Tragik bestimmt und der zu Recht heute den Panorama-Publikumspreis gewonnen hat. Bei #20, Before Midnight, der dritte Teil der Before-Reihe, mit Julie Delpy und Ethan Hawke, in griechischer Kulisse ist es Madame Delpy, die nicht nachvollziehbar argumentiert - glücklicherweise endet der Film aber nicht tragisch.
Der erste wie letzte Film waren übrigens am verrücktesten und einprägsamsten - #1, The Act of Killing von Joshua Oppenheimer war absolut beeindruckend und gewinnt hochverdient den Panorama Publikumspreis für die beste Dokumentation. Ebenso nachhaltig hängen geblieben und ähnlich bild- und tongewaltig wie Gaspar Noe's Enter the Void, ist der verwirrende Film #24 Upstream Color von und mit Shane Carruth.


Blockbuster
Viele dieser Filme werden es wohl leider kaum auf die Leinwand der großen Kinos schaffen. Folgende Filme werden aber sicher mit Pauken und Trompeten in die Multiplexe gelobt werden:
Die wirklich witzigen und hochkarätig besetzten Komödien #2, Don Jon's Addiction mit Joseph Gordon-Lewitt und Scarlett Johanson sowie #21 Gambit von Michael Hoffmann mit Colin Firth, Cameron Diaz und Alan Rickman. Der Skandal(kunst?)pornofilm "Deep Throat" wird in #5, Lovelace, retrospektiv noch mal aus Sicht der Hauptdarstellerin erzählt - besetzt mit Amanda Seyfried, Sharon Stone, Sarah Jessica Parker und ihrem Mr. Big Chris Noth. Unausweichlich ist auch #19, Der Nachtzug nach Lissabon, der jeden Star sein Klischee spielen lässt, aber dennoch spannend ist. Ein Blockbuster der queeren Art ist #12, Reaching for the Moon, der das Leben und Wirken der lesbischen, amerikanischen Autorin und Pulitzer-Preis-Gewinnerin Elizabeth Bishop in Brasilien und New York zeigt. Weniger Blockbuster aber ebenso queer #22, Concussion, der sich mit lesbischer Prostitution auf homorvolle Weise auseinandersetzt.

Ich freue mich schon auf nächsten Februar und möchte an dieser Stelle noch kurz meinen Dank an Roland, Franzi und Jessie ausdrücken - ohne Euch wären 24 Filme in sieben Tagen kaum möglich gewesen!

Sonntag, 27. Januar 2013

Lunch-Geschichten I

Ab und zu gehe verschlägt es mich in der Mittagspause in die B-Ebene der Hauptwache. Dort gibt es neben einem Türken, einem Burger-King, einem Obststand, Straßenmalern und einem SB-Bäcker auch das "New Deli - indische Delikatessen".

Freundliche Thailänderinnen packen dort Reis und nach Wahl ein authentisches indisches Gericht eins bis acht (etwa Palak Paneer, Sabji oder Vindaloo Chicken) in zwei verschiedene Größen Styropor-Becher. Dazu gibt's Besteck und Servietten - der Preis ist unschlagbar, das Essen schmeckt. Sitzen kann man nur im Gang auf festgeschraubten Stühlen an schmudeligen Tischen — zum essen geht man also lieber woanders hin, etwa zum Rossmarkt.

Dienstag, 15. Januar 2013

Mit dem Motorrad durch Indien

 Die Straßenverhältnisse in Indien sind häufig Thema von Spekulationen. Man denkt doch, dass dort Trampelpfade, Schlaglöcher und Schotterpisten voller Kühe, überlasteter Busse und Rikshas das Straßenbild bestimmen. In diesem Video, dass eine Tour durch ganz Indien zeigt, kann man sich selber ein Bild machen.


Mittwoch, 2. Januar 2013

München in Indien

Scheinbar haben sich in 1930er Jahren noch andere Deutsche außer Franz Osten und dem von mir beschriebenen Josef Wirsching getummelt. Ein gewisser Hannes Fritz-München war von 1932 bis 1937 in Indien Hofmaler der Maharajas in Udaipur. Außerdem filmte er mit einer 16mm-Filmkamera die versunkene Welt des kolonialen Indien: Der märchenhafte Prunk der Fürstenhöfe und der asketische Mahatma Gandhi, die feudalen britischen Kolonialherren und die einfachen Menschen der Straße, der gewaltige Reichtum der Einen und die erschütternde Armut der Anderen. Der Film "München in Indien", eine Mischung aus Dokumentarfilm und Roadmovie-Spurensuche ist ab morgen in ausgewählten Kinos zu sehen.