Donnerstag, 24. Mai 2018

Internationaler Yoga Tag in Frankfurt - 23.6.2018

Als ich damals nach Indien ging, hielt ich Yoga für esoterischen Hokuspokus. Rumsitzen, atmen, ein bisschen singen - kein Sport oder ernst zunehmendes Hobby, mehr so eine Beschäftigung für Hippies. Ich hatte auch nie vor, in Indien Yoga zu praktizieren, da die JNU ja ein Schwimmbad hat, in dem ich mein gewohntes Sportprogramm fortsetzen wollte. Aber es kam natürlich anders: Ende September, quasi mit Beginn des Winters wurde das Freibad witterungsbedingt geschlossen, weil zu kalt. Was ja nachvollziehbar ist, denn im Oktober liegen die Durchschnittstemperaturen in Delhi nur noch zwischen 33° und 21°C.

Unverhofft kommt oft

Es ergab sich, dass ich bei einer spontanen Reise in Manali eine Truppe etwas extremer Briten kennen lernte, die dort einen Yogakurs besuchten und mich einluden, doch mal mitzukommen. Ok - warum auch nicht, einmal ist kein mal - ich probierte es aus und amüsierte mich köstlich.

Aller Anfang ist schwer

Im Anfängerkurs ließ uns der Yogi wie Affen durch den Raum laufen und hängte uns kopfüber an die Wand, zusätzlich wurde gedehnt und geatmet. Und so ergab es sich, dass ich nach meiner Rückkehr ins heiße Delhi an einem frühen Morgen um halb 8 zum Sports Complex runter schlurfte, um eine erste Yogastunde auf dem Campus zu testen. Die Yoga-Halle der JNU ist ein sehr funktionaler Raum, der für den Kurs mit Teppichen ausgelegt wird. Yogamatten, Blöcke, Musik oder Sitzkissen gibt es nicht, man legt ein Tuch unter oder macht sein Yoga einfach auf dem Teppich. Der Yogalehrer sitzt auf einem Podest und leitet die Stunde auf einem Gemisch aus Hindi und Englisch an [die Audio-Transkription hier].

Am Anfang fand ich vieles schwierig - etwa die lange Kapalvarti Kria Atemsequenz am Anfang oder beim Sonnengruß zum Schluß wieder vorne an der Matte zu stehen. Andere Sachen fielen mir leicht und mein Körper erinnerte sich wohl an frühere Ballettstunden oder das Eiskunstlauftraining meiner Jugend - etwa bei Balanceübungen wie dem Baum oder dem Krieger 3. Wenn die Umstände es zu ließen ging ich also ab sofort etwa drei bis vier mal die Woche morgens zum Yoga - und das tat richtig gut. Gewisse Bewegungen wurden Routine und auch die Atmung gehorchte mir besser - beim Chanting bis ich bis heute nicht textsicher und summe eher nur mit, aber das Ohm klappt gut.

Yoga einfach mal ausprobieren

Für alle, die noch nie Yoga gemacht haben oder es immer schon mal ausprobieren wollen, aber auch für alle angehenden Yoginis gibt es am 23. Juni hier in Frankfurt auf dem Walther-von-Cronberg-Platz die Feierlichkeiten zum internationalen Yoga Tag. Wer früh genug kommt, kriegt dort auch ein T-Shirt und eine Yogamatte geschenkt. Außerdem gibt es leckeres Essen und verschiedene Sessions um Yogavarianten auszuprobieren. Weitere Infos hier.
Auch in anderen deutschen Städten und weltweit wird dieser Tag gefeiert, der seit 2014 von der UN auf den Tag der Sommersonnenwende, den 21. Juni, gesetzt wurde. Die Feierlichkeiten dienen der Förderung der Weltgesundheit und der Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens aller (vgl. Wikipedia). In diesem Sinne: Ohm Shanti Ohm, namaste!

Freitag, 23. Februar 2018

The Show must go on ... grüne Soße und Apfelwein

Nach dem erfolgreichen Abschluss von #12restaurants2017 war wohl erst mal die Luft raus. Auch weil wir uns noch nicht auf ein neues Konzept geeinigt hatten - aber dann gibt es ja zum Glück den Kollegen Zufall, der manchmal gute Ideen abwirft. Bei einem Tee im amerikanischen Konsulat lernte ich vergangenen Dezember Soni kennen - ihres Zeichens Pressereferentin im indischen Konsulat in Frankfurt. Bei einem Folgegespräch stellten wir fest, dass wir 1.) fast Nachbarn sind und dass sie 2.) noch nie in einer Apfelweinkneipe war - und das wo sie schon fast drei Jahre in Deutschland ist. Da reifte ein Plan in mir - wir müssen ja nicht indisch essen gehen - wir können einfach auch mit einer Inderin essen gehen.

Eichkatzerl

Letzten Samstag war es dann soweit - Tisch für drei im Eichkatzerl - typisch urige Atmosphäre, recht laut, viel los, Bembel überm Tresen volles Programm. Als Starter erstmal ein Handkäs mit Musik - hier kam dann auch direkt die Frage auf "Was meint denn Musik?" und - ist Kümmel übersetzt Cumin oder wie heißt das?!
Die Antwort erspare ich euch - aber geschmeckt hat's auf jeden Fall. Da Soni Vegetarierin ist, war die Auswahl bei den Hauptgerichten recht einfach: Eier und grüne Soße. Emi schloss sich an, ich wählte Spiegeleier mit Bratkartoffeln. Alles sehr lecker, schnell serviert, ordentliche Portionen. Soni schmeckte der Frankfurter Klassiker auf jeden Fall sehr gut und wir haben so erfolgreich unsere Mission erfüllt. Als Ergänzung haben wir natürlich noch die verschiedensten anderen Apfelweinlokalitäten in Sachsenhausen durch diskutiert - und in "kann man hingehen" oder "ist zu touristisch" kategorisiert. Es folgte auch ein Austausch über unsere liebsten indischen Restaurants - das darf ja nicht fehlen.


Weiterhin gab es viel zu erklären, die Bembelkultur, das gemeinsame Sitzen mit quasi Fremden an langen Tischen, die angeblich unfreundlichen Kellner in Sachsenhausen,  die Shoppingsituation an Brücken- und Schweizerstraße, das Leben mit Schwiegereltern (hier und in Indien), den Apfelwein im allgemeinen und besonderen, gemeinsame Kontakte in Delhi und Frankfurt und vieles mehr.

Weiter mit dem Dessert

Emi entschied sich für ein Mispelchen - "a local fruit, a bit like an apricot, in apple schnaps - like Calvados" - oder, wie Wikipedia mir jetzt endlich verrät: "Medlar" a.k.a. Mespilus Germanica - wie auch sonst? Aber was man außerhalb Frankfurts auch in Deutschland kaum kennt, ist vielleicht auch keine wichtige Standardvokabel.

Was man sehr wohl weit und breit kennt und gerne genießt ist ein Vanilleeis mit heißen Himbeeren. Der Dessertklassiker, auch bekannt als "Heiße Liebe", ist übrigens sehr lecker, aber nicht typisch deutsch - wie das Internet auf meine Frage so munkelt:

Die Nachbarn am Tisch bekamen gerade ihre Schnitzel als wir die Rechnung orderten - und so konnte auch dieses Kapitel deutscher Esskultur noch diskutiert und an stattlichen Exemplaren illustriert werden. 

Fazit

Mission erfühlt - Kultur- und Genußvermittlung gelungen. Falls ihr also auch noch nie grüne Soße mit vier halben Eiern in einer Apfelweinkneipe in Sachsenhausen genossen habt, wird es höchste Zeit! Neben dem Eichkatzerl kann ich dafür noch die Germania (mit crazy Webseite mit Apfel-gifs) und im Sommer auch die anderen Lokalitäten an der Textorstraße sowie die Frau Rauscher empfehlen. Oder was meint ihr? Wo sollte Soni ihre nächste grüne Soße essen?

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Top 5 indische Restaurants in Frankfurt 2017

Mit ein bisschen Abstand haben Emi und ich das letzte Jahr evaluiert und sind überaus zufrieden. Wir haben zwölf ganz unterschiedliche Restaurants getestet und dabei die Region von Niederrad im Westen, Offenbach im Osten, Bornheim im Norden und Sachsenhausen im Süden besser kennen gelernt. Aß ich zu Beginn fast nur Chicken Korma erweiterte sich mit der Zeit die Auswahl bis zu einem Buffet am Ende. Auch an Getränken war viel dabei: 5€-Chai, Masala-Lassi, Mango-Schnaps und vieles mehr ... nach eingehender Beratung stellen wir euch jetzt unsere Top 5 indischen Restaurants vor - also diejenigen, die wir sehr positiv erlebt haben, wo es besonders lecker war und die wir mit Nachdruck empfehlen.

Die Reihenfolge ist alphabetisch - wir konnten uns nicht auf ein Ranking einigen - und so könnt ihr einfach guten Gewissens beim nächsten Mal "Hunger auf indisch" eins von den fünf - oder auch von allen zwölf ausprobieren ;) Über das Hashtag #12restaurants2017 lässt sich das alles auch auf Twitter nochmal chronologisch nachvollziehen.

Bombay Lounge - Bollywood und Bahnhofsviertel

Last but not least - im Dezember stürmten wir hier das warme Buffet und genossen die Mischung aus Kitsch, Bollywood und Kaiserstraße. Besonders bei großem Hunger ist die Bombay Lounge sehr zu empfehlen. Die Gerichte am Buffet wechseln - vielleicht habt ihr Glück und bekommt Banana Chicken! Den kompletten Review hier nachlesen. 

eatDOORI - Fusion at its best

Im März waren wir zum ersten Mal am Oeder Weg - begleitet von Opa R. Dieser sprach das Urteil: "Kann man noch mal hingehen." Ein größeres Lob ist aus seinem Munde kaum möglich - und auch wir fanden die Mischung aus Hipster-Laden und traditionellem Essen im eatDOORI sehr gelungen. Reservierung empfohlen. Die ganze Geschichte gibt es hier.

Gaststätte Eintracht - Deutsch-Indische Küche richtig gemacht

Der zweite Besuch des Oeder Wegs war ebenso erfolgreich - in der Eintracht Gaststätte (Abteilung Leichtathletik) waren wir von der Auswahl auf der Karte so erschlagen - es gibt alles von Schnitzel bis Tikka Massala - das wir den Chef um Hilfe baten. Wir bekamen eine handverlesene Auswahl aus der Küche serviert und hatten mindestens so viel Freude am Essen wie der Chef an uns. Besonders schön ist es dort im Sommer. Details hier.

Saravanaa Bhavan - ein Paradies für Vegetarier

Als der Mai schon stark auf Sommer temperiert war, gingen wir als drei Generationen-Team bei Saravanaa Bhavan im Bahnhofsviertel schmausen. Oma C. und die Wilde My waren dabei als wir Nord- und Südindische Thalis kaum schafften, Lassis tranken und von der AC profitierten. Später sollte die Wilde My dann das erst Mal Pan Masala kosten - der Beginn einer kulinarischen Lieben. Lest hier mehr.

White Elephant - im wilden Offenbach

Auf mehrfache Empfehlung traten wir die Reise in die wilde Nachbarstadt an und wurden mit einer perfekt durchgebrandeten Experience belohnt. Der White Elephant bietet Fahrradrikscha, viel Deko und gutes Essen - nicht so ganz, was man in einer Nebenstraße erwartet. Aber die Reise lohnt sich ... Details lest ihr hier.

Übersicht #12restaurants2017 - chronologisch


क्या यह स्वादिष्ट था?


Hat's geschmeckt? 2018 gehen Emi und ich wieder regelmäßig essen - aber wir weitern unseren Horizont ein bisschen aus .. stay tuned for more - und schreibt gerne einen Kommentar, wenn ihr eins der Restaurants getestet habt - oder eine Idee habt, wo wir unbedingt mal zuschlagen sollten - gerne scharf! Danke sagen Paula und Emi!


Mittwoch, 13. Dezember 2017

Finale: Bombay Lounge #12restaurants2017 #12

Kennt ihr das - mit den guten Vorsätzen? Manche halten drei Tage - manche sogar drei Wochen - aber meistens ist das doch nur heiße Luft und wenig dahinter. Angeblich brauchen Gewohnheiten ja etwa sechs Wochen bis sie sich richtig etabliert haben ... wie dem auch sei - wir haben es geschafft. Der Vorsatz war jeden Monat ein anderes indisches Restaurant zu testen und wir haben es tatsächlich durchgezogen. Mit Höhen und Tiefen, zu Rad, zu Fuß und mit dem Nahverkehr, im Winter wie im Sommer - zwölf Mal! Bevor wir unsere Jahrestopauswertung machen, gibt es jetzt noch den Review der Bombay Lounge in der Kaiserstraße.

Bin gleich da ... 

Emi war ein bisschen schneller und hat direkt positiv auf die Location reagiert - die von außen etwas kitschig wirkt ... mit Kamelen, Schneespray und Figuren von "echten Indern". Auch innen ist der Kitsch eher stark als schwach: der Raum ist lila/rosa beleuchtet, das Sofa entlang der Wand ist gepolstert und wird von dicken Glitzersteinen gehalten. Die Wandnischen sind indirekt beleuchtet und präsentieren indisches Allerlei. Insgesamt aber nicht too much, nur fast. Dazu läuft aktuelle Bollywoodmusik mit Videos in 4K und auf Leinwand - aber ohne Werbung. Auch wenn das jetzt ein bisschen wild klingt, die Stimmung ist entspannt.

Buffet, Buffet - ich kann nich meh

Weil wir es noch nie gemacht haben und es tatsächlich frisch und lecker aussah, ließen wir dieses mal die Karte links liegen und entschieden uns für das Buffet. Hier standen vier Curry-Gerichte mit und ohne Fleisch, Reis, Salat, Raita, Dal und leckere Saucen zur Auswahl. Mein Favorit war das Banana-Chicken, aber auch das Biryani und der Palak Paneer waren lecker. Man bekam zudem frisches Brot an den Tisch gebracht.

Der absolute Vorteil beim Buffet ist ja, dass man nicht aufs Essen warten muss, sondern direkt loslegen kann - und das taten wir auch. Ich habe drei Runden geschafft, Emi zwei und wir waren beide pappsatt. Weil es Buffet war haben wir uns auch noch eine kleine Portion Halwa als Nachtisch teilen wollen, diese aber nicht mehr geschafft - obwohl es lecker war. Die Getränke brauchten etwas länger - aber sonst war der Service rund um aufmerksam und hat schnell reagiert.

Prost und Prösterchen

Wir hatten Grund zum feiern und wollten anstoßen. Der Apperitiv war leider aus - die Alternative war ein kalter Lambrusco mit Orange - ganz unindisch, aber lecker und frisch. Zum Abschluss gab's dann noch einen Mango Likör - lecker!

Fazit

Lecker und satt - guter Service. Gerade beim Buffet stimmt das Preis/Leistungsverhältnis. Gewürzt war es gut - für meinen Geschmack zwar nicht scharf, aber für normales Buffet doch intensiv spicy. Der Lambrusco mit 7,50 € war überraschend teuer - aber was soll's - Cheerio, Miss Sophie! Wenn ihr also mal hungrig in der Bahnhofsgegend unterwegs seid und entspannt schlemmen wollt - das Buffet gibt's Montags bis Freitag ab 16 Uhr und am Wochenende sogar schon ab 11:30 Uhr - immer für 12,90€.

Mehr?

Wir waren zwölf Mal indisch essen dieses Jahr: bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach, in Niederrad im Tandoori Taste, in der einzigartigen Eintracht Gaststätte, im HimalayaLaternchen im Ostend, im sehr günstigen Ganesha im Bahnhofsviertel und zuletzt bei Mera Masala am Sandweg.

Wir machen 2018 weiter - aber wie verraten wir noch nicht! Danke an alle, die uns Tipps gegeben haben und natürlich an Petra, die auf Radio X über uns berichtet.


Montag, 11. Dezember 2017

Motherland

Ein britischer Roman über die DDR - die (teilweise autobiographische) Geschichte einer Mutter und ihrer Tochter die in den 1980er Jahren, die als letzte noch die Fahnenstange des Sozialismus hochhalten. Aber auch hier findet sich eine kleine Ecke Indien:

"Her eyes cruised the food on the table, then up to the clocks. 'Could murder a curry. Am I too late for the Light Dragoons?'
It was gone midnight and they only ever stayed open late for an X-certficate at the Palace or the Northern Soul crowd at Susanna's. But my mum gave them a ring anyway, just in case. She knew their number off by heart, and they knew her order. All she had to do was say the name. The takeaway was only round the corner, but we always headed out as soon as we'd phoned. While we waited, my mum could chat about British colonialism and say sorry for all the things we'd done.
Sorry for the Bengal famine. Sorry for the Amritsar Massacre.
'That's all right, Mrs Mitchell. Don't let it worry you.' The white carrier bag swung across the counter. 'Chicken korma, almb biryani. Please enjoy your meal. It's not your fault.
My mum did the same in the Mayflower Chinese - chit-chatted to the lady at the counter, who re-tied her ponytial and bounced the end of her biro as my mum apologised for the Opium Wars and stealing Hong Kong.
But the Light Dragoons were shut."

McMillan, Jo: "Motherland", London 2016, S.90f. 

Samstag, 25. November 2017

Mera Masala #12restaurants2017 #11

Unser elftes indisches Dinner in diesem Jahr führte uns nach Bornheim ins Mera Masala am Sandweg - etwas oberhalb unseres allerersten #12restaurants2017 Al Bismil.

Wenn einer eine Reise tut ...

Das Essen stand unter noch mehr als sonst unter einem indischen Stern - ich war Anfang November für eine Woche in Delhi auf einer Hochzeit und hatte natürlich viel zu erzählen. Wie es sich für Reisende gehört, habe ich Emilia natürlich etwas aus Indien mitgebracht - aber warum hat der geneigte Leser noch keinen Bericht von dieser Reise goutieren können?Nun - vor meinem Abflug hatte ich mir vorgenommen in Indien fleißig Content zu sammeln und nach meiner Rückkehr wie wild los zu bloggen. Leider kommt Indien aber nicht in portionierten Contenthäppchen sondern immer nur volle Breitseite. Während der Woche in Delhi und der Hochzeit war ich durchgängig unter Strom und bin wieder eingetaucht in Indien-Paula. Konzepte von Terminen, Zeitplänen und Verabredungen wurden wieder wandelbar - alles ist langsamer, aber gleichzeitig intensiver - während manches überraschend schnell geht. Glücklicherweise kam unser Essen aber in wunderbaren Portionen und lies genug Zeit, für den Austausch über die Indienreise - vielleicht kommt dazu auch bald ein eigener Blogpost - oder vielleicht sogar mehrere?
Ein kleiner Eindruck aus Sarojini Nagar Market - Bangles Shopping mit der Braut am Tag der Verlobungsfeier.

Papadam for starters

Kaum hat man das gemütliche Ambiente des Mera Masala betreten bekommt man schon ein Papadam, eine Art krosses Kichererbsenknäckebrot, mit drei leckeren Dips als Aufmerksamkeit des Hauses serviert. Die Speisekarte ist voller kreativer Gerichte, die Auswahl fiel uns wie so oft schwer. Nach Beratung entschied ich mich für das Thali mit Hühnchen und Emi wählte ein Choley Masala.

Masala, Masala, Masala

Als Getränk entschied ich mich erstmal für eine Masala Lassi, ganz dem Namen des Restaurants verpflichtet - dachte, dass wäre so etwas ähnliches wie ein Chai in kalt - war aber salzig und gar nicht süß. Trinken konnte man sie trotzdem - war aber nicht mein Geschmack... 
Dabei bedeutet Masala nichts anderes als Gewürze oder Gewürzmischung - meistens wird es aber für herzhafte Speisen verwendet. Beliebt ist etwa "Garam Masala" - also heißes Gewürz oder ähnliches. Wir haben einmal Hummus mit einem Löffel Garam Masala gemacht - der war so scharf, dass wir ihn nicht mehr essen konnten ... also vorsicht, Masala kann so ziemlich alles sein!


Thali und Choley Masala

Die Hauptgerichte kamen fix und waren sehr wohlwollend portioniert. Alles war intensiv gewürzt, mein Thali war angenehm scharf, Emis Choley ging schon eher in die Richtung garam. Alle Gerichte werden mit Reis serviert und Emi hatte zusätzlich noch ein sehr leckeres Naan-Brot. Mein Thali bestand aus Raita, Palak Paneer, Daal und einem Hühnchen-Curry. Alles wirklich lecker und geschmackvoll.
Allerdings waren die Portionen wirklich so groß, dass wir dieses Mal keine leeren Teller knipsen konnten. Dafür gab es einen prallen Doggy-Bag für zu Hause, der sicher noch für eine ganze Portion reichte.


Fazit

Ein gemütliches Restaurant mit gutem Service und sehr leckerem Essen. Eine Reservierung ist empfohlen, das Restaurant war an einem Donnerstagabend voll besetzt. Die Preise sind im normalen Feld und in Anbetracht der Portionsgrößen wirklich angemessen. Parken könnte in der Gegend etwas schwierig sein, aber die U-Bahn Station am Merianplatz ist nur 2 Minuten zu Fuß entfernt. Dort gibt es übrigens einen sehr guten Bücherschrank und einen tollen Second-Hand-Laden, in dem Emi vor dem Essen noch zugeschlagen hatte.

Mehr

Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach, in Niederrad im Tandoori Taste, in der einzigartigen Eintracht Gaststätte, im HimalayaLaternchen im Ostend und zuletzt im sehr günstigen Ganesha im Bahnhofsviertel.

Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Unsere Liste wächst und wächst und wir machen auch im nächsten Jahr mit #12Restaurants2018 weiter - schreib uns Deinen Hinweis gerne in die Kommentare - vielen Dank!

Mittwoch, 25. Oktober 2017

Ganesha und New Generations Filmfestival #12restaurants2017 #10

Im zweiten Anlauf konnten Emi und ich beim zehnten #12restaurants2017 einen ganz besonderen Ehrengast begrüßen. Petra Klaus, kreativer Kopf hinter dem indischen Filmfest in Frankfurt, Mitgründerin der taz, legendäre Partyveranstalterin und begeisterte Kuba-Reisende.

Doch bevor wir im Ganesha in der Niddastraße hinterm Bahnhof schlemmen konnten, legte uns der "Remover of Obstacles" erstens ein paar Regentropfen und zweitens die blöde Wegführung für Fußgänger und Fahrradfahrer rund um den Frankfurter Hauptbahnhof in den Weg - aber im Rahmen des akademischen Viertels waren dann doch alle beisammen.

Ganesha - Remover of Obstacles

Von außen würden die meisten wohl eher nicht ins Ganesha gehen - die Gegend und die Aufmachung sind eher etwas schrammelig, aber einmal drin ist es mollig warm und voll mit Indern und Sri Lankesen - ein gutes Zeichen. Auch die Bewertung im Netz ist durchweg positiv. Die Karte gibt eine gute Auswahl an authentischen Nord- und Südindischen Speisen und als kleines Extra auch noch Spezialitäten aus Sri Lanka!
Petra und ich wählten jeweils einen Dosa - einen Pfannkuchen aus Linsen- und Reismehl, sehr dünn gebacken, lecker gefühlt und serviert mit scharfem Kokosdipp und Gemüsesüppchen. Emi entschied sich für Aloo Ghobi - also Kartoffel Blumenkohl mit Chapati - auch in der scharfen Variante. Zuletzt hatte ich ja bemängelt, dass in den meisten Restaurants scharf nicht wirklich scharf ist. Bei Ganesha muss man sich da aber keine Sorgen machen - scharf heißt hier, dass einem warm wird und in meinem Fall sogar Schluckauf einsetzt. Sauber!

New Generations Filmfestival

Bevor das Essen jedoch serviert wurde, hatten wir Zeit über das New Generations Filmfestival, das nächstes Wochenende vom 3.-5. November im Orfeos Erben-Kino gezeigt wird, zu sprechen. Petra hatte das Programmheft dabei und es entsponn sich eine lebhafte Diskussion rund um die indische Kinokultur, die Existenz von Filmen die jenseits von Bollywood ganz ohne Tanz fesselnde Geschichten erzählen und die indische Community in Frankfurt - gesprenkelt mit Erinnerungen an Indienreisen und Planungen für meine nächste Woche in Delhi!

Besonders empfehlenswert ist natürlich der Short Film Wallah, bei dem ich dieses Jahr mit in der Jury sitzen durfte. Am 4. November ab 18:30 werden die besten Filme gezeigt und der Siegerfilm gekürt! Das Programm ist aber auch insgesamt sehr vielseitig und absolut sehenswert: mit Newton (Trailer), dem indischen Beitrag für Oscars, dem Politthriller An Insignificant Man (Trailer), der RomCom The Big Sick (Trailer) und vielem mehr!
Short Film Wallah: Sanyog - ein Episodenfilm in einem Shot

Short Film Wallah: Tears of Autumn - Kashmirkonflikt aus einer besonderen Perspektive

Essen ist fertig!

Wir mussten nicht lange auf das Essen warten, welches sehr stilecht auf Edelmetall.Thalitabletts serviert wurde - für einen Dosa nicht ganz das richtige Format, aber egal. Hauptsache lecker. Petra und ich waren sehr zufrieden mit der feinen Speise - Emi war eher enttäuscht von ihrem Aloo Ghoobi - merke: beim Sri Lankesen eher nicht nordindisch bestellen.

Fazit

Das Essen bei Ganesha ist absolut authentisch, die Küche ist frisch und lecker - das merkt man auch an den Besuchern - sehr viele Südasiaten genießen dort die Originalrezepte und Zubereitung. Weiteres Plus: die Preise sind sehr günstig - der Dosa und eine große Mangolassi zusammen waren dann ganze 9€ - läuft! Der Gastraum ist allerdings etwas eng und wenig attraktiv gestaltet - ein Fernseher zeigt aber fortlaufend aktuelle Bollywood-Clips und im Sommer kann man auch draußen sitzen. Also, wenn ihr mal Lust auf scharf und gut habt und euch in die Straßen hinterm Bahnhof traut, geht zu Ganesha und lasst es euch schmecken! Gezahlt wird dann an der Theke!

vlnr The Holy Trinity Ganesha, Maria und Bollywood!

Mehr

Wir waren bisher bei AlBismil am Sandweg, Moti Mahal an der Dreieichstraße, bei eatDoori am Oeder Weg, beim Bombay Palace an der Darmstädter Landstraße, beim Saravanaa Bhavan in der Kaiserstraße, im White Elefant im fernen Offenbach, in Niederrad im Tandoori Taste, in der einzigartigen Eintracht Gaststätte und zuletzt im HimalayaLaternchen im Ostend. 

Du kennst noch ein indisches Restaurant in Frankfurt, dass Emi und ich unbedingt testen sollten? Unsere Liste wächst und wächst und wir mache auch im nächsten Jahr mit #12Restaurants2018 weiter - schreib uns Deinen Hinweis gerne in die Kommentare - vielen Dank!